Schuppen

Kopfschuppen sind oft nur ein vorübergehendes kosmetisches Problem, dem mit speziellen Haarpflege-Produkten beizukommen ist. Häufig verbirgt sich hinter den Schuppen jedoch eine hartnäckige Pilzinfektion, manchmal sogar eine schwerwiegende Erkrankung.
Kopfschuppen sind abgestorbene Hautzellen, die während der Erneuerung der Kopfhaut regelmäßig abgeschilfert werden. Normalerweise sind die Schuppen sehr klein und daher kaum sichtbar. Unter bestimmten Bedingungen können sie jedoch zu größeren, sichtbaren Partikeln verklumpen und dann von den Betroffenen als sehr störend empfunden werden.
Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Erwachsenen treten sichtbare Kopfschuppen auf, am häufigsten zwischen dem 20 und 40. Lebensjahr. Männer sind von Schuppen häufiger betroffen als Frauen. Bei Kindern kommt es bis zur Pubertät nur sehr selten zur Schuppenbildung auf der Kopfhaut.
Kopfschuppen sind oft nur ein vorübergehendes kosmetisches Problem aufgrund unsachgemäßer Pflegemaßnahmen oder zeitweise erhöhter Talgproduktion. Sie können jedoch auch das Symptom einer Kopfhaut-Erkrankung oder einer anderen, schwerwiegenden Krankheit sein.

Beschwerden bei Kopfschuppen

Kopfschuppen können ein sehr unterschiedliches Aussehen haben. Die Palette der äußeren Gestalt reicht von feinen, mehlartigen Teilchen bis hin zu linsengroßen, fettigen, gelblichen Partikeln. Lösen sie sich von der Kopfhaut ab, wird dies als sehr störend empfunden. Unangenehm ist für die Betroffenen auch, dass die Schuppen sehr hartnäckig sind und sich mit den bis dahin angewendeten Pflegemaßnahmen nicht zufriedenstellend beseitigen lassen.

Zusätzlich können Kopfschuppen mit weiteren Beschwerden verbunden sein, z.B.

  • Juckreiz auf der Kopfhaut

  • sehr trockene oder sehr fettige Haare

  • verstärkter Haarausfall oder abbrechende Haare

  • Entzündungen auf der Kopfhaut, sichtbar als rote Flecken

  • trockene, schuppige Haut an anderen Körperstellen (z.B. Ellenbogen, Kniekehlen)


Behandlung von Kopfschuppen

Rezeptfreie Mittel zur Behandlung von Kopfschuppen haben folgende Wirkungsmechanismen:

  • sie lösen die Schuppen ab (Keratolytika)

  • sie vermindern eine übermäßige Talgproduktion (Antiseborrhoika)

  • sie hemmen das Wachstum und die Vermehrung von Pilzen, die Auslöser von Kopfschuppen sein können (Antimykotika)


Außerdem: Bei Kopfschuppen sollte das Waschen der Haare mit nur lauwarmem Wasser erfolgen. Anschließend sind diese gründlich zu spülen, vorsichtig mit dem Handtuch anzutrocknen und an der Luft trocken werden zu lassen.

Lassen sich die Beschwerden mit diesen Mitteln nicht beseitigen, kann der Arzt rezeptpflichtige Wirkstoffe gegen Kopfschuppen verordnen. Dazu zählen:

  • Antimykotika zum Einnehmen, wenn die Behandlung der Kopfhaut allein nicht ausreicht

  • Kortisone bei starken Entzündungen auf der Kopfhaut



Treten die Schuppen nicht nur auf der Kopfhaut, sondern auch an anderen Stellen des Körpers (z.B. Ellenbogen, Kniekehlen) auf, deutet dies auf eine schwerwiegende Erkrankung (z.B. Schuppenflechte, Neurodermitis) hin. Die Behandlung einer solchen Erkrankung sollte von erfahrenen Spezialisten (Hautärzten) vorgenommen werden.

Ursachen von Kopfschuppen

Die Abstoßung alter Hautzellen (Hornzellen) ist ein normaler Vorgang, der auch auf der Kopfhaut stattfindet. Sichtbare Kopfschuppen entstehen erst dann, wenn sich diese Hornzellen mit Talg aus der Kopfhaut zu größeren Partikeln verbinden.
Durch eine regelmäßige Haarpflege lassen sich Kopfschuppen normalerweise leicht entfernen. Erst wenn dies nicht oder nur sehr schwer möglich ist, spricht man von übermäßiger, behandlungsbedürftiger Schuppenbildung.

Dafür gibt es drei Haupt-Ursachen:

  • falsche Haarpflege

  • Erkrankungen der Kopfhaut

  • schwerwiegende Erkrankungen des Körpers, die unter anderem auch mit Schuppenbildung auf der Kopfhaut verbunden sind




Falsche Haarpflege als Ursache von Kopfschuppen

Eine übermäßige Schuppung der Kopfhaut kann auftreten, wenn sie durch unsachgemäße Pflege stark gereizt und ausgetrocknet ist. Durch zu häufige Haarwäsche oder zu heißes Fönen sind die Talgdrüsen der Kopfhaut dann nicht mehr in der Lage, ausreichend Fett zu produzieren. Oft tritt zusätzlich zu den Schuppen Juckreiz auf.


Erkrankungen der Kopfhaut als Ursache von Kopfschuppen

Einer der häufigsten Gründe für Kopfschuppen ist das seborrhoische Ekzem. Für diese Kopfhaut-Erkrankung sind folgende Veränderungen charakteristisch:

  • eine übermäßige Talgproduktion

  • kleine Entzündungsherde auf der Kopfhaut, sichtbar als rote Flecken

  • eine übermäßige Vermehrung des zur normalen menschlichen Hautflora gehörenden Hefepilzes Malassezia furfur (früherer Name: Pityrosporum ovale)


Diese Veränderungen führen dazu, dass Hautzellen zu früh absterben, mit dem Kopfhauttalg verklumpen und schließlich massiv abgeschilfert werden.


Schwerwiegende Erkrankungen mit Schuppenbefall der Kopfhaut

Schwerwiegende Erkrankungen, deren Behandlung in die Hand eines Arztes gehört, können ebenfalls mit Schuppenbildung auf der Kopfhaut und an anderen Körperstellen verbunden sein. Dazu zählen:

  • Schuppenflechte (Psoriasis)

  • Neurodermitis

  • Besiedlung der Kopfhaut mit pathogenen Pilzen (Tinea capitis)

  • angeborene Verhornungsstörungen (Keratodermien)

  • allergische Reaktionen auf der Kopfhaut (Kontaktdermatitis)



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