Für Mutter und Kind?

Kopfschuppen als banales kosmetisches Problem sind bei Kindern selten. Meist ist eine Erkrankung der Kopfhaut oder eine schwerwiegende Krankheit die Ursache. Daher sollten Kinder, die unter Kopfschuppen leiden, einem Arzt vorgestellt werden. In Schwangerschaft und Stillzeit können Mittel gegen Kopfschuppen kurzfristig eingesetzt werden.

Kopfschuppen bei Kindern

Bei Kindern kommen bei Kopfschuppen folgende Ursachen in Frage:

  • übermäßige Talgproduktion (Gneis) im Säuglingsalter

  • Besiedlung mit pathogenen Pilzen (z.B. Fadenpilzen)

  • schwerwiegende Erkrankungen (z.B. Neurodermitis, Schuppenflechte)

  • allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel (z.B. Milch)

  • ab der Pubertät: zu intensive Haarpflege oder übermäßige Talgproduktion



Im Säuglingsalter (vor allem in den ersten 3 Monaten) zeigen sich auf dem Kopf oft gelbliche, fettglänzende, schuppige Krusten („Kopfgrind“, Gneis), die sich schwer entfernen lassen und zum Teil unangenehm riechen. Ursache ist eine Überproduktion von Talg. Es empfiehlt sich, die Kopfhaut über Nacht mit einem milden Öl (z.B. Baby-Öl) einzureiben und dadurch aufzuweichen. Am Morgen wird der Kopf mit einem Babyshampoo gewaschen, hartnäckige Beläge mit einer Zahnbürste oder einem feinzinkigen Kamm vorsichtig entfernt.

Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung wie Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis) oder eine allergische Reaktion muss ein Kinderarzt oder Hautarzt konsultiert werden.

Juckreiz auf der Kopfhaut kann bei Kindern auch auf einen Befall mit Kopfläusen hinweisen.

Da die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) die Talgproduktion der Kopfhaut fördern, sind in der Pubertät Jungen häufiger von Schuppen betroffen als Mädchen.

Kopfschuppen in Schwangerschaft und Stillzeit

Wirkstoffe wie Salicylsäure, Selendisulfid oder Antimykotika (Ketoconazol, Bifonazol) dürfen in der Schwangerschaft und Stillzeit bei Kopfschuppen eingesetzt werden. Die Behandlung sollte jedoch auf so kleiner Fläche wie möglich und so kurz wie nötig erfolgen.
Quellen:
*Die Angaben zu Medikamenten stützen sich im wesentlichen auf das Standardwerk:Schaefer/Spielmann/Vetter "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit", Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 7. Auflage (2006) und können von den Angaben im Beipackzettel abweichen. Bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten in der Schwangerschaft oder Stillzeit konsultieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.


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